Fahrerassistenzsysteme nehmen auf Basis von Umfeldsensoren wie Radar, Video und/oder Ultraschall das Fahrzeugumfeld wahr und interpretieren es. Sie unterstützen den Fahrer in vielen Fahrsituationen und erhöhen dadurch den Fahrkomfort. Darüber hinaus tragen Fahrerassistenzsysteme zu mehr Sicherheit bei, indem sie den Fahrer in kritischen Situationen, in denen ein schnelles und sicheres Handeln notwendig ist, unterstützen.
Am Entwicklungsstandort Leonberg, bei Stuttgart, arbeiten Spezialisten in Fachgebieten von der Sensorphysik über die Funktionsentwicklung bis hin zur Vernetzung der Systeme. Basis unserer Systeme sind Ultraschallsensoren zur Überwachung des Nahbereichs sowie Radar- und Videosensoren zur Überwachung bis hin zum Fernbereich.
Bosch ist Partner mehrerer Initiativen, die das Ziel haben, die öffentliche Wahrnehmung zu sowie das Wissen über Fahrerassistenzsysteme zu fördern. Dazu zählen beispielsweise die Europäische Initiative „eSafetyAware!“, die Informationskampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), sowie die Kampagne „Driving for Better Business“ des britischen Department for Transport.
ACC von Bosch, die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, kann den Fahrer während der Fahrt entlasten, indem sie ihn aktiv dabei unterstützt, einen definierten Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten. ACC hält eine vom Fahrer vorgegebene Wunschgeschwindigkeit und kann diese darüber hinaus durch selbsttätiges Bremsen oder Beschleunigen wechselnden Verkehrsbedingungen anpassen.
Basis hierfür sind die Daten eines Radarsensors, der den Bereich vor dem Fahrzeug überwacht. Nähert man sich einem vorausfahrenden Fahrzeug, bremst ACC sanft ab und sorgt so dafür, dass ein bestimmter Mindestabstand eingehalten wird. Dieser Abstand kann den individuellen Fahrgewohnheiten entsprechend in mehreren Stufen angepasst werden. Ist die Fahrbahn wieder frei, beschleunigt ACC das Fahrzeug bis zu der vom Fahrer eingestellten Wunschgeschwindigkeit.
Das Standard-ACC arbeitet in einem Geschwindigkeitsbereich von 30 km/h bis 200 km/h. Die Variante ACC Stop & Go ist auch bei Fahrgeschwindigkeiten unter 30 km/h aktiv und kann zudem selbsttätig bis zum Stillstand abbremsen sowie nach Freigabe durch den Fahrer automatisch wieder anfahren.
Die intelligente Scheinwerfersteuerung sorgt für eine optimale Ausleuchtung der Fahrbahn. Durch eine bessere Sicht wird das Fahren bei Dunkelheit deutlich sicherer und komfortabler. Das System kann mit Hilfe einer Videokamera die Umgebungshelligkeit sowie vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge erkennen und deren Entfernung ermitteln. Diese Daten werden genutzt, um eine Vielzahl von Lichtfunktionen zu realisieren.
Die Funktion High Beam Activation ermöglicht es dem Fahrer, so häufig wie möglich mit Fernlicht zu fahren, ohne es manuell ein- oder ausschalten zu müssen. Erkennt die Funktion keine anderen Fahrzeuge, aktiviert sie das Fernlicht. Werden von der Funktion Fahrzeuge detektiert, schaltet sie das Fernlicht aus.
Die Funktion Adaptive High Beam Control kann die Reichweite des Fernlichts stufenlos zwischen Abblendlicht- und Fernlichtniveau regeln. Der Bereich bis zu einem vorausfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeug wird besser ausgeleuchtet, indem der Scheinwerferkegel gleitend an dessen Entfernung angepasst wird.
Mit der Funktion Continuous High Beam Control kann der Fahrer dauerhaft mit Fernlicht fahren. Erkennt die Kamera andere Fahrzeuge, werden die Scheinwerfer gegebenenfalls unabhängig voneinander horizontal oder vertikal geschwenkt. Auf diese Weise entstehen Lichtkegel, in denen andere Verkehrsteilnehmer ausgeblendet sind. Die Fernlichtverteilung bleibt nahezu erhalten. Die Sichtweite für den Fahrer vergrößert sich erheblich.
Während der Fahrt sollten Autofahrer stets die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit kennen. Mit der Verkehrszeichenerkennung sind gültige Vorschriften stets im Blick.
Detektiert eine Videokamera Verkehrszeichen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen oder deren Aufhebung sowie darunter befindliche Sonderzeichen wie zum Beispiel „bei Nässe“, blendet die Funktion diese als Symbol in einem Display im Cockpit ein. Es können auch Geschwindigkeitsbegrenzungen von Wechselverkehrszeichenanlagen sowie Überholverbote und deren Aufhebung erkannt werden. Beachtet der Fahrer das Tempolimit nicht, kann er beispielsweise zusätzlich durch einen Warnton informiert werden. Neben Tempolimits ist zukünftig die Erkennung einer Vielzahl weiterer Verkehrszeichen möglich.
Einparken bringt Stress und in einem Zug in die Lücke zu kommen, ist meist gar nicht so einfach. Zumindest insgeheim werden die meisten Autofahrer dem zustimmen. Immer weniger Parkraum, kurze Parklücken und die Hektik des Alltagsverkehrs sind die wesentlichen Gründe dafür. Weiter erschwert werden Park- und Rangiermanöver durch unübersichtliche Fahrzeuge und lackierte Stoßfänger, die keinen Fahrfehler verzeihen.
Bosch schafft hier mit seinen ultraschallbasierten Parkassistenz-Systemen Abhilfe. Sie ermöglichen zielsicheres und komfortables Einparken und Rangieren.
Mit dem neuen Side View Assist präsentiert Bosch das weltweit erste ultraschallbasierte System zur Überwachung des toten Winkels. Fast jeder Autofahrer hat die gefährliche Situation bereits einmal erlebt: Man setzt den Blinker, um die Spur zu wechseln, schaut kurz in Rück- und Außenspiegel, vielleicht sogar noch flüchtig nach links über die Schulter – und dann folgt der große Schrecken, wenn es beim Ausscheren nach links laut hupt. Mit dem Side View Assist warnt Bosch Autofahrer in dieser kritischen Situation effizient vor unsichtbar herannahenden Fahrzeugen im toten Winkel. Wie bei der Einparkhilfe und dem Einparkassistenten von Bosch dienen beim Side View Assist Ultraschallsensoren als elektronische Augen. Zwei Sensoren pro Fahrzeugseite überwachen mit einem Erfassungsbereich von drei Metern zur Seite und schräg nach hinten den Verkehrsraum auf der Nachbarspur. Damit deckt das System exakt den gefährlichen toten Winkel ab. Befindet sich ein anderes Fahrzeug im überwachten Bereich, wird der Fahrer, z.B. über ein Leuchtsymbol im Bereich der Seitenspiegel, auf die potentielle Gefahr hingewiesen. Falls der Fahrer diesen Warnhinweis übersieht oder ignoriert und den Blinker betätigt, um die Spur zu wechseln, kann der Assistent zusätzlich einen Warnton auslösen. Stationäre Objekte auf und an der Straße wie Leitplanken, Masten oder parkende Fahrzeuge sowie eigene Überholvorgänge werden vom System erkannt – führen aber nicht zum Alarm.
Der Side View Assist ist zwischen 10 und 180 km/h aktiv. Das System unterstützt den Fahrer in komplexen Verkehrssituationen bei niedrigen Relativgeschwindigkeiten und entlastet ihn daher insbesondere im Stadtverkehr sowie auf mehrspurigen Landstraßen.
Das neue System kommt erstmals in der Neuauflage des Citroën C4 zum Einsatz, dessen Markteinführung für den Herbst 2010 vorgesehen ist.
Mit herkömmlichem Abblendlicht beträgt die Sichtweite nachts nur rund 40 Meter. Hindernisse und Gefahren werden deshalb oft zu spät erkannt, vor allem wenn sie nicht oder nur unzureichend beleuchtet sind. Fernlicht leuchtet die Straße zwar bis zu 150 Meter weit aus, blendet aber auch den Gegenverkehr.
Night Vision plus, das aktive Infrarot-Nachtsichtsystem von Bosch, bietet dem Fahrer ein mehr als dreimal größeres Sichtfeld als herkömmliches Abblendlicht – ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Zwei Infrarot-Scheinwerfer leuchten die Straße mit Lichtkegeln aus, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Eine hinter der Frontscheibe installierte Videokamera nimmt die Straßenszene auf und gibt die Bilddaten über ein Steuergerät an ein Display im Kombiinstrument oder das Zentraldisplay weiter. Das Display zeigt dem Fahrer ein brillantes Schwarzweißbild der Verkehrssituation an.
Das Nachtsichtbild liefert eine originalgetreue Wiedergabe der Szene und bietet dem Fahrer somit wertvolle Informationen über den Straßenverlauf, gefährdete Verkehrsteilnehmer sowie Hindernisse und Gefahren auf und neben der Fahrbahn. Detektierte Fußgänger werden im Nachtsichtbild gezielt hervorgehoben. Dadurch kann sich der Fahrer frühzeitig auf sie einstellen, was die Gefahr von Unfällen mit Fußgängern deutlich reduziert.
